Ferienwoche. Das könnte man auch als den Horror eines jeden
Au Pairs definieren, da man die Blagen den ganzen Tag am Kopf hat, meistens
auch noch die wöchtenlichen Aktivitäten ausfallen und nach spätestens drei
Tagen der Lagerkoller ausbricht. So schlimm war die letzte Woche dann aber (dem
Himmel sei Dank) doch nicht. Es wurde jeden Tag ausgeschlafen (was bin ich
froh, dass meine Kinder Langschläfer sind), zum Frühstück Waffeln gebacken oder
„Brötchen“ (was man hier halt Brötchen nennt) geschmiert und erstmal TV
geschaut. Elana hatte sogar ihre kompletten Aktivitäten und so gings für sie ab
zum Fußball am Montag. Ari und ich haben uns dann die Tennisschläger geschnappt
und sind ne Stunde spielen gegangen. Bei 30°C um 18:00 Uhr waren wir komplett
fertig danach und meine Kopfschmerzen (jaaa, Kind ist wetterfühlig – dieses
ganze hin und her! Letzte Woche 30°C heute wieder nur 12°C – ist doch ganz
ehrlich scheiße!) wurden auch nicht wirklich besser dadurch. Gut, dass die
Abendaktivität eher gechillt ausfiel. Da ich ja schon den ganzen Tag so „hart
und lange“ gearbeitet habe, hatte ich abends meist schon um 18:00 Uhr frei.
Dieses mal sind wir (hach, was ein Zufall) zum Starbucks gegangen. Lea und
Theresa mussten ihre Hausaufgaben für ihre Weekend-Class, die sie Anfang Juni
für ein Wochenende zu den Niagara-Fällen führt (ja ich hasse sie, weil sie mich
alleine lassen^^) und für die sie jetzt 3 oder 4 mal nen Samstag lang in New
York 6 Stunden lang abgammeln dürfen, machen. Zur Unterstützung bin ich dann
mal mitgegangen und wollte helfen. Stellte sich nur heraus, dass sie mein
unglaubliches Wissen und meine große Weisheit nicht brauchten, da sie nur malen
mussten. Eine Bildergeschichte, mal was ganz Tolles! Meine Kreativität
diesbezüglich hielt sich leider in Grenzen und so guckte ich mir an, wie viele
Strichmännchen, Wasserfälle und Boote gemalt wurden.
Dienstag hatte ich dann nur morgens die Kinder, musste also
nur Frühstück machen, danach wollte Jessica mit ihnen um 12:00 Uhr los zum
Zahnarzt nach Brookln (seinen Zahnarzt muss man ja auch 1 ½ Stunden entfernt
haben ;-) ). Aus 12:00 Uhr ist dann natürlich auch wieder 12:45 geworden, was
aber wahrscheinlich das amerikanische 12:00 Uhr ist. Wenn ich eines gelernt
habe in dem Jahr, dann, dass die Amerikaner nie, wirklich NIE zu der Zeit
loskommen, wie sie es eigentlich geplant haben^^Als die Damen der Frank-Family
dann aufgebrochen waren, habe ich mir die Kopfhörer aufgesetzt und bin mit
einem kleinen Umweg über den Starbucks (man muss die Sucht schließlich
befriedigen) zum Park gelaufen und habe mich dort in die Sonne geflezt. Irgendwann
hat Lea mich dann abgeholt und nach langem Überlegen, wo wir denn jetzt essen
gehen sollen, sind wir schließlich zum „Tick Tock-Diner“ gefahren. Endlich kann
man sagen. Jedes mal, wenn wir nach New York fahren, dann sehen wir den und ich
fand den Namen einfach so klasse, dass ich da unbedingt hin musste. Den
typischen amerikanischen Diner stellt man sich ja immer voll mit Jugendlichen
vor. Na ja, das Klientel dieses Diners war eher 60+ und nicht wirklich in
unserm Alter. Dafür schmeckte das Essen aber echt lecker und das ist
schließlich die Hauptsache. Nachher haben wir dann Theresas neue Kamera
eingeweiht und haben allerhand lustige Fotos gemacht.
Mittwoch war dann wohl der chilligste Tag der Woche, da
beide Mädels ein Playdate (also ne Verabredung) hatten. Mittags hatte ich denen
dann schnell Nudeln gekocht und danach wurde weitergespielt. Ich saß dann die
meiste Zeit im Wohnzimmer, habe gelesen und mit Zuhause kommuniziert (mache ich
ja sonst auch eeeecht selten). Abends gings dann zum Yoga. War auch ganz
amüsant, aber für Menschen, die gelenkig wie ne Brechstange sind, wie ich es
nunmal bin, war es schon ziemlich anstrengend. Mal gucken, ob ich jetzt die
große Yoga-Laufbahn starte und da nochmal hingehe. Der Muskelkater am nächsten
Tag spricht eigentlich dagegen, aber man kanns ja mal probieren.
Da Ari am Donnerstag wieder nen Playdate hatte, kam ich auf
die grandiose Idee mit Elana zu backen. Im Internet habe ich dann schön ein
super-gesundes Muffin-Rezept gesucht, was sich echt lecker angehört hat. Nun
gut, wir angefangen, Äpfel und Möhren geschnitten, die restlichen Zutaten dazu
und ab in den Backofen. Als die Dinger dann fertig waren, sahen die auch echt
super aus. Aber es gibt ja bekanntlich das Sprichwort „Mehr Schein, als Sein“
(ich hoffe, dass war jetzt richtig, weil mit Sprichwörtern hab ichs hier nicht
mehr so :-D). Als wir dann ein son Teil probiert haben, ist uns einfach nur
schlecht geworden. Es hat total verfault und schlecht geschmeckt und war total
widerlich! Ich frage mich bis heute, warum das nichts geworden ist. Es muss das
Backpulver gewesen sein, weil die restlichen Zutaten alle frisch gewesen sind.
Meine Letter Landfrauen-Ehre hat aber nach diesem Jahr einen riesigen Knacks
bekommen. Erst der Brot-Kuchen für Leas Geburtstag und jetzt dieser Scheiß :-D
Backen nach Rezept werde ich definitiv erst wieder Zuhause! Hier liegt das
alles nur an den Zutaten, dass das alles nichts wird – eindeutig^^
Um mich von dem Malör abzulenken bin ich dann abends wieder
mit Lea und Theresa im Park Fotos machen gegangen. Oh was hatten wir wieder
einen Spaß! Ich bin wirklich froh, dass ich die beiden hier habe. Wir haben
immer total viel Spaß und können über alles schnacken J
Freitag war meine Woche dann auch schon wieder um, weil ich
den Mädels nur Frühstück gemacht habe und wir dann auch schon nach New York
gefahren sind. Mit Lea hatte ich mich im Bus verabredet. Die Mädels wurden nur
noch schnell bei Jessica abgesetzt und los ging ein sehr schöner Tag. Zunächst
saßen wir beim Starbucks und haben mal wieder darüber geschnackt ,was wir alles
machen werden, wenn wir zuhause sind und worauf wir uns am meisten freuen. Dann
haben wir noch mit einem Freund von Lea geskyped und irgendwann sind wir dann
zum Vapiano gegangen. Joa und da saßen wir dann auch ab 17:30. Nach dem Essen
haben wir uns dann an die Bar gesetzt und sind irgendwann angefangen mit dem
Barkeeper zu schnacken, der, wie sich rausstellte, auch ein bisschen Deutsch
versteht. Nun ja, irgendwann, als Lea und ich dann so am schnacken waren fragte
der Herr nur so: „Kann ich irgendwas für euch tun?“ Wir dann halt so (in
Gedanken natürlich: jaaa einmal bitte alles, von Bacardi bis Malibu, dankeee):
„Ne ne ist schon okay.“ Dann sagte er aber: „Ach kommt, ich tu euch einen aus,
was möchtet ihr denn gerne, ist Tequila okay?“ Wir dachten ja, der verarscht
uns und sagten dann nur so: „Ja klar, ist super.“ Der machte auch dann weiter
seine Arbeit, Gläser wegräumen und so weiter, ja aber dann stellte der uns da
jedem nen Glas hin und wir bekamen nen Tequila mit Limette oben drauf J Richtig cool!
Der abend war dann auch wieder schnell um und Samstag war
dann ziemlich langweilig. Lea und Theresa hatten ihre Class in New York und
abends musste ich auch arbeiten. So habe ich mich dann beim Starbucks
hingechillt, bisl Kafffee getrunken und Karten geschrieben. Am Sonntag sind wir
3 dann ins Kino gegangen und haben den neuen Zac Efron Film „The Lucky One“
geguckt. Der war auch wirklich schön (wobei Lea und Theresa nur wegen der Szene
in der man Efrons freien Oberkörper sehen kann in den Film gegangen sind, da
können die mir erzählen was sie wollen :-D). So ging diese, mit so viel
Schrecken gefürchtete Woche doch sehr schnell um und nächste Woche startet der
Alltag wieder.
Alles Liebe,
Nina
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