Diese ganze freie Zeit – richtig kreative Aktivitäten konnte
ich mir für die letzten 7 Wochen jetzt auch nicht mehr ausdenken, also werden
einfach neue Rekorde im Super-Chillen aufgestellt.
Am Montag war dann mal wieder der Typ da, der das Deck
fertig macht. Also der schleift das komplette Holz ab und irgendwann soll es
dann noch gestrichen werden. Vom ganzen Holzabschleifen, hat er dann
Kopfschmerzen bekommen (verübeln mag ichs ihm nicht – ich krieg ja schon die
Krise von diesem Geräusch und das obwohl ich drinnen sitze). Nina spielte dann
erstmal Krankenschwester und hat aus ihrem Medizin-Schränkchen der guten
deutschen Hausmittelchen das Wunderheilzeug Ipuprofen gezaubert und es dem
Herrn Holzabschleifer zur Besserung gegeben. Auf meine Nachfrage am Nachmittag
sagte er auch, dass es ihm besser ginge. Alles schön und gut, nur kam der Mann
die komplette Woche über danach nicht mehr. Ob mir das zu denken geben sollte?
Abends wurde Lea, Theresa und mir dann doch mal wieder
bewusst, dass wir alle gleich blöd sind. Theresa fragte mal wieder nach dem Weg
(Orientierung hat man in Sachsen leider nicht gelernt ;-) ), ob sie denn die
nächste links müsste. Ich meinte dann: ne, diese noch nicht, erst die danach.
Als wir dann an der Kreuzung waren, bog Theresa auch selbstverständlich in unserer
„links“ ab. Eigentlich meinten wir nämlich beide rechts. Gut, dass wir alle so
sind und wunderbar miteinander kommunizieren können ;-). Auch am nächsten Tag
waren meine unglaublichen Ortskenntnisse mal wieder gefragt, denn diesmal fragte
mich sogar mein Gastpapa nach dem Weg. Er hatte sich wohl irgendwie mit den
Straßen vertan, um zum Leichtathletik von Ari zu kommen und ich solle ihm dann
mal kurz erklären wie er denn da jetzt am besten hinkommt :-D. Was soll die
Menscheit Amerikas machen, wenn ich nicht mehr da bin und den Weg weisen kann –
haha!
Unser Gym-Gang am Donnerstag viel aufgrund einer kleinen
unmotivierten Gefühlslage einer lieben Dame dann eher kürzer aus. Irgendwie
hatte ich aber mal wieder Hummeln in der Futt und so bin ich dann, als ich
zuhause abgesetzt wurde, erstmal ne große Runde mit dem Hund gegangen. Richtig
ausgelastet war ich danach aber immer noch nicht. So habe ich meine geniale
Wolfang-Petry-Schlager-Playlist angeschmissen und bin mal losgejoggt. Hach der
gute alte Wolle, der trägt einen nur so von Kilometer zu Kilometer ;-)
Donnerstag und Dienstag haben die Mädels jetzt immer erst um
18:00 Uhr ihre Aktivitäten, was bedeutet, dass sie sich spätestens ab 16:30 Uhr
am langweilen sind, wenn sie nicht gerade Unmengen an Hausaufgaben haben oder
wieder irgendein Buch lesen wollen. So haben wir dann am Donnerstag ein super
sinnvolles Kartenspiel gespielt (dessen Sinn ich bis heute nicht kapiert habe,
aber man sagt ja lieber mal nichts^^). Als wir dann aber zu dem Punkt kamen, wo
die Blagen meinten, dass sie schummeln dürften, ihr Au Pair aber schön nach
den Regeln spielen sollte, habe ich auch nur gesagt, dass sie nach „ihren
Regeln“ mal schön alleine spielen können. Das macht doch keinen Sinn ganz
ehrlich. Später im Leben können sie sich auch nicht alles so hinlegen, wie sie
es gerne haben wollen, nur damit sie einen Vorteil daraus ziehen können.
Richtig einsehen wollten sie dann nicht, dass ich Recht hatte, das Spiel war
aber trotzdem beendet und wir machten dann irgendwas anderes. Ok, genug
aufgeregt (musste jetzt aber mal kurz sein^^)
Freitag ging dann auch wieder ganz fix um. Morgens gabs das
ein oder andere Skype-Date und Nachmittags habe ich schön mit Elana am iPod
gespielt. In der Zwischenzeit hab ich dann für Lea einen „Mai“ gemacht. In
Lea’s Region ist es halt Tradition, dass die Freunde für ihre Freundinnen son
großes Bild machen und es ihr in der Nacht vom 30. April auf den 01. Mai vors
Haus hängen. Da Lea uns seit Wochen damit in den Ohren gehangen hat und ich eh
wieder viel zu viel Zeit hatte, dachte ich mir, dass ich ihr mal ein kleines
Bildchen male. Sie hat sich auch glaube ich sehr gefreut über mein super-süßes
Küken ;-)
Den Samstag haben wir nicht wirklich viel gemacht. Sind
im Brookdale Park gewesen und haben den wohl unmotiviertesten Schiri der Welt
gesehen (der Bewegungsradius war ca. 5 Meter, Sonnenbrille auf (bei komplett
bewölktem Himmel) und Hände in der Hosentasche – bor was hätte mir das Spaß
gemacht zu spielen, wenn diese Tröte gepfiffen hätte), unnütz ein bisschen
Sprit verfahren und abends musste ich dann auch arbeiten (das einzige Mal
diesen Monat, total gut J).
Kinder wurden wieder zeitig ins Bett geschickt, aber eigentlich auch nur weil
Oma Brinkmann auch wieder mal müde war. Aber ich musste schließlich auch fit
sein, weils am nächsten Tag auf große Reise zur Elite-Universität Princeton
ging. Theresa holte mich also am Sonntag gegen 11:00 Uhr ab, schnell noch Lea
eingesammelt und los gings. Die Uni war auch super schnell gefunden und schon
die Straße, die dorthin führte, mit den vielen Bäumen und dem ganzen Grün,
brachte mich zum schwärmen. Als wir dann so über den Campus gingen, waren wir
schon ziemlich erstaunt, wie unglaublich wenig doch los war. Es war fast keine
Menschenseele zu sehen und wir dachten schon, dass sich der Besuch auf vllt 20
min beschränken würde. Je mehr wir aber ins innere des Campus-Geländes gingen,
desto interessanter wurde es aber. Von irgendwoher kam Musik und der sind wir
dann mal entgegengegangen. Ja und dann war da was, was man wohl eine typische
amerikanische College-Abschlussparty nennt. Hunderte betrunkene Ammis, die
ihren letzten Schultag feierten und wahrscheinlich zum ersten Mal Bier
getrunken haben, liefen grölend und nicht mehr ganz so viel angezogen (die, die noch angezogen waren, hatten natürlich ganz Elite-Uni-gerecht Polohemd in die Hose gesteckt an und die Damen trugen Kleidchen (also wirklich alle jetzt!! Ich glaub das war Pflicht^^)) an uns
vorbei. Der Geruch von Bier stieg uns in die Nase und man fühlte sich an so
manch eine lustige Zeltparty von zuhause erinnert, was die Vorfreude auf
Zuhause nur noch größer werden ließ J.
Gefeiert wurde auf einer Straße, auf der die Clubhäuser stehen (diesen Clubs
kann man beitreten und dort in der Gemeinschaft Essen, Lernen und soziale
Kontakte pflegen – zumindest SOLL es so sein, laut Beschreibung im Internet
:-D) und in den Vorgärten sind dann Bands oder Rapper oder sonstige
Musiker aufgetreten. Bei der einen Band haben wir uns nur gedacht: Mensch, die
hören sich ja wirklich so an, wie das Original aus dem Radio. Gut, haben wa
dann Zuhause mal nachgeguckt und es hat sich sogar nicht nur so angehört wie
das Original, es war das Original. Die Band heißt „Outasight“ und das Lied ist
„Tonight is the night“, falls ihr es euch mal anhören wollt, welche Weltstars
von morgen wir gehört, aber natürlich nicht erkannt haben :-D. Wir sind dann
noch ein bisschen weiter über den Campus gelaufen und haben (neben Kerlen, die
anscheinend vorher nicht in den Spiegel geguckt haben, wie dämlich sie doch mit
ihren ultraultrakurzen PINKEN (!!!) Shorts aussehen) wunderschöne alte Gebäude gesehen, die
aussahen wie kleine Burgen. In dem University Shop wurde dann noch schnell ein
Princeton-University-Shirt gekauft und dann ging auch schon die Heimreise an.
Natürlich sind wir auf dem Rückweg nochmal an der lustigen Meile
vorbeigelaufen, die Studenten die noch da waren, waren nicht mehr so ganz
Herren ihrer Sinne und den, der das ganze aufräumen darf, ist schon ein armes
Schwein (Man muss dabei sagen, dass das ganze in der Mittagszeit von statten ging - 3 Stunden lang. Also an deren Durchhaltevermögen muss noch gearbeitet werden!)! Es war ein wirklich schöner Tag, der definitiv anders verlaufen ist,
als wir es vorher gedacht hätten. Wenn ihr also mal irgendwann nach Princeton
fahren wollt, wählt auf jeden Fall das Wochenende nach dem letzten Schultag –
ist definitiv eine Erfahrung wert ;-)
Alles Liebe,
Nina
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