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Montag, 7. Mai 2012

Feels like home - zumindest ein bisschen


Diese ganze freie Zeit – richtig kreative Aktivitäten konnte ich mir für die letzten 7 Wochen jetzt auch nicht mehr ausdenken, also werden einfach neue Rekorde im Super-Chillen aufgestellt.
Am Montag war dann mal wieder der Typ da, der das Deck fertig macht. Also der schleift das komplette Holz ab und irgendwann soll es dann noch gestrichen werden. Vom ganzen Holzabschleifen, hat er dann Kopfschmerzen bekommen (verübeln mag ichs ihm nicht – ich krieg ja schon die Krise von diesem Geräusch und das obwohl ich drinnen sitze). Nina spielte dann erstmal Krankenschwester und hat aus ihrem Medizin-Schränkchen der guten deutschen Hausmittelchen das Wunderheilzeug Ipuprofen gezaubert und es dem Herrn Holzabschleifer zur Besserung gegeben. Auf meine Nachfrage am Nachmittag sagte er auch, dass es ihm besser ginge. Alles schön und gut, nur kam der Mann die komplette Woche über danach nicht mehr. Ob mir das zu denken geben sollte?
Abends wurde Lea, Theresa und mir dann doch mal wieder bewusst, dass wir alle gleich blöd sind. Theresa fragte mal wieder nach dem Weg (Orientierung hat man in Sachsen leider nicht gelernt ;-) ), ob sie denn die nächste links müsste. Ich meinte dann: ne, diese noch nicht, erst die danach. Als wir dann an der Kreuzung waren, bog Theresa auch selbstverständlich in unserer „links“ ab. Eigentlich meinten wir nämlich beide rechts. Gut, dass wir alle so sind und wunderbar miteinander kommunizieren können ;-). Auch am nächsten Tag waren meine unglaublichen Ortskenntnisse mal wieder gefragt, denn diesmal fragte mich sogar mein Gastpapa nach dem Weg. Er hatte sich wohl irgendwie mit den Straßen vertan, um zum Leichtathletik von Ari zu kommen und ich solle ihm dann mal kurz erklären wie er denn da jetzt am besten hinkommt :-D. Was soll die Menscheit Amerikas machen, wenn ich nicht mehr da bin und den Weg weisen kann – haha!
Unser Gym-Gang am Donnerstag viel aufgrund einer kleinen unmotivierten Gefühlslage einer lieben Dame dann eher kürzer aus. Irgendwie hatte ich aber mal wieder Hummeln in der Futt und so bin ich dann, als ich zuhause abgesetzt wurde, erstmal ne große Runde mit dem Hund gegangen. Richtig ausgelastet war ich danach aber immer noch nicht. So habe ich meine geniale Wolfang-Petry-Schlager-Playlist angeschmissen und bin mal losgejoggt. Hach der gute alte Wolle, der trägt einen nur so von Kilometer zu Kilometer ;-)
Donnerstag und Dienstag haben die Mädels jetzt immer erst um 18:00 Uhr ihre Aktivitäten, was bedeutet, dass sie sich spätestens ab 16:30 Uhr am langweilen sind, wenn sie nicht gerade Unmengen an Hausaufgaben haben oder wieder irgendein Buch lesen wollen. So haben wir dann am Donnerstag ein super sinnvolles Kartenspiel gespielt (dessen Sinn ich bis heute nicht kapiert habe, aber man sagt ja lieber mal nichts^^). Als wir dann aber zu dem Punkt kamen, wo die Blagen meinten, dass sie schummeln dürften, ihr Au Pair aber schön nach den Regeln spielen sollte, habe ich auch nur gesagt, dass sie nach „ihren Regeln“ mal schön alleine spielen können. Das macht doch keinen Sinn ganz ehrlich. Später im Leben können sie sich auch nicht alles so hinlegen, wie sie es gerne haben wollen, nur damit sie einen Vorteil daraus ziehen können. Richtig einsehen wollten sie dann nicht, dass ich Recht hatte, das Spiel war aber trotzdem beendet und wir machten dann irgendwas anderes. Ok, genug aufgeregt (musste jetzt aber mal kurz sein^^)
Freitag ging dann auch wieder ganz fix um. Morgens gabs das ein oder andere Skype-Date und Nachmittags habe ich schön mit Elana am iPod gespielt. In der Zwischenzeit hab ich dann für Lea einen „Mai“ gemacht. In Lea’s Region ist es halt Tradition, dass die Freunde für ihre Freundinnen son großes Bild machen und es ihr in der Nacht vom 30. April auf den 01. Mai vors Haus hängen. Da Lea uns seit Wochen damit in den Ohren gehangen hat und ich eh wieder viel zu viel Zeit hatte, dachte ich mir, dass ich ihr mal ein kleines Bildchen male. Sie hat sich auch glaube ich sehr gefreut über mein super-süßes Küken ;-)
Den Samstag haben wir nicht wirklich viel gemacht. Sind im Brookdale Park gewesen und haben den wohl unmotiviertesten Schiri der Welt gesehen (der Bewegungsradius war ca. 5 Meter, Sonnenbrille auf (bei komplett bewölktem Himmel) und Hände in der Hosentasche – bor was hätte mir das Spaß gemacht zu spielen, wenn diese Tröte gepfiffen hätte), unnütz ein bisschen Sprit verfahren und abends musste ich dann auch arbeiten (das einzige Mal diesen Monat, total gut J). Kinder wurden wieder zeitig ins Bett geschickt, aber eigentlich auch nur weil Oma Brinkmann auch wieder mal müde war. Aber ich musste schließlich auch fit sein, weils am nächsten Tag auf große Reise zur Elite-Universität Princeton ging. Theresa holte mich also am Sonntag gegen 11:00 Uhr ab, schnell noch Lea eingesammelt und los gings. Die Uni war auch super schnell gefunden und schon die Straße, die dorthin führte, mit den vielen Bäumen und dem ganzen Grün, brachte mich zum schwärmen. Als wir dann so über den Campus gingen, waren wir schon ziemlich erstaunt, wie unglaublich wenig doch los war. Es war fast keine Menschenseele zu sehen und wir dachten schon, dass sich der Besuch auf vllt 20 min beschränken würde. Je mehr wir aber ins innere des Campus-Geländes gingen, desto interessanter wurde es aber. Von irgendwoher kam Musik und der sind wir dann mal entgegengegangen. Ja und dann war da was, was man wohl eine typische amerikanische College-Abschlussparty nennt. Hunderte betrunkene Ammis, die ihren letzten Schultag feierten und wahrscheinlich zum ersten Mal Bier getrunken haben, liefen grölend und nicht mehr ganz so viel angezogen (die, die noch angezogen waren, hatten natürlich ganz Elite-Uni-gerecht Polohemd in die Hose gesteckt an und die Damen trugen Kleidchen (also wirklich alle jetzt!! Ich glaub das war Pflicht^^)) an uns vorbei. Der Geruch von Bier stieg uns in die Nase und man fühlte sich an so manch eine lustige Zeltparty von zuhause erinnert, was die Vorfreude auf Zuhause nur noch größer werden ließ J. Gefeiert wurde auf einer Straße, auf der die Clubhäuser stehen (diesen Clubs kann man beitreten und dort in der Gemeinschaft Essen, Lernen und soziale Kontakte pflegen – zumindest SOLL es so sein, laut Beschreibung im Internet :-D) und in den Vorgärten sind dann Bands oder Rapper oder sonstige Musiker aufgetreten. Bei der einen Band haben wir uns nur gedacht: Mensch, die hören sich ja wirklich so an, wie das Original aus dem Radio. Gut, haben wa dann Zuhause mal nachgeguckt und es hat sich sogar nicht nur so angehört wie das Original, es war das Original. Die Band heißt „Outasight“ und das Lied ist „Tonight is the night“, falls ihr es euch mal anhören wollt, welche Weltstars von morgen wir gehört, aber natürlich nicht erkannt haben :-D. Wir sind dann noch ein bisschen weiter über den Campus gelaufen und haben (neben Kerlen, die anscheinend vorher nicht in den Spiegel geguckt haben, wie dämlich sie doch mit ihren ultraultrakurzen PINKEN (!!!) Shorts aussehen) wunderschöne alte Gebäude gesehen, die aussahen wie kleine Burgen. In dem University Shop wurde dann noch schnell ein Princeton-University-Shirt gekauft und dann ging auch schon die Heimreise an. Natürlich sind wir auf dem Rückweg nochmal an der lustigen Meile vorbeigelaufen, die Studenten die noch da waren, waren nicht mehr so ganz Herren ihrer Sinne und den, der das ganze aufräumen darf, ist schon ein armes Schwein (Man muss dabei sagen, dass das ganze in der Mittagszeit von statten ging - 3 Stunden lang. Also an deren Durchhaltevermögen muss noch gearbeitet werden!)! Es war ein wirklich schöner Tag, der definitiv anders verlaufen ist, als wir es vorher gedacht hätten. Wenn ihr also mal irgendwann nach Princeton fahren wollt, wählt auf jeden Fall das Wochenende nach dem letzten Schultag – ist definitiv eine Erfahrung wert ;-)

Alles Liebe,
Nina

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